Anthrax

Der Milzbrand ist eine bakterielle durch Bacillus anthracis verursachte Erkrankung, der bei Pflanzenfressern vorkommt. Zur Infizierung eines Menschen kommt es während des Eindringens der Sporen von B.anthracis in den Körper beim Kontakt mit angesteckten Tieren, kontaminierten Produkten tierischen Ursprungs, Insektenbiss. Die Sporen können auch eingeatmet werden.

Schutz gegen Infektionskrankheiten

in Latein: Carbunculus malignus, Pustula maligna

weitere Namen: Milzbrand

Diagnose

Erreger

Der Erreger ist Bacillus anthracis, was ein unbewegliches verkapseltes aerobes grampositives Stäbchen ist. Im Zeitraum der Ruhe bildet er ovale Sporen, die bis zu mehreren Jahren im trockenen Boden überdauern können, es ist jedoch möglich sie auch nur durch zehnminütliches Gebrodel, Wasserstoffperoxid u.a. zu vertilgen.

Vorkommen

Den Milzbrand kann man auf der ganzen Welt finden, so wie die Pflanzenfresser, ob häusliche (Rinder, Schafen, Pferde, Ziegen) oder wild lebende.

Problematische Gebiete sind in dieser Beziehung Iran, die Türkei, Pakistan, Sudan.

Manifestationen von Milzbrand

B. anthracis ist eine außerhalb der Zellen lebende Bakterie – extrazelluläres Pathogen. Es ist resistent gegen Phagozytose und produziert das Anthrax –Toxin.

Man erkennt mehr Formen von Anthrax:

  • Hautform – im Falle, wann die Sporen von B. anthracis in die Haut nach ihrer Verletzung, Abschürfung oder Insektenbiss eindringen. Innerhalb ein paar Stunden keimen die Sporen auf, vermehren sich und beginnen das Toxin zu produzieren. Diese Form von Milzbrand wird von Nekrosen begleitet – Absterben der Gewebe, Blutstauung in Gefäßen, Blutungen, Schwellungen. Auf der Haut erscheinen Pusteln bis Papeln – nekrotische Geschwüre, die sich innerhalb 2 bis 6 Tage in Karbunkel verwandeln. Weiter verwandeln sie sich in einen schwarzen Fleck auf der Haut – schwarzen Schorf. Diesen Typ von Milzbrand können erhöhte Temperaturen, Müdigkeit begleiten. Bei schweren Fällen kann es zum septischen Schock kommen. Die Sterblichkeit bei dieser Form beträgt ca. 20%.

  • Lungenform entwickelt sich nach Einatmung von Sporen, die so direkt in die Lungenbläschen geraten. In den Lungen werden sie von Zellen des Immunsystems verschlungen und in die Lymphknoten transportiert, wo sie aufkeimen. Die Lymphknoten verfallen der Nekrose und es kann zur Brustfell–, oder Lungenentzündung  kommen. Anfangs manifestiert sich die Krankheit wie Grippe durch hohe Temperaturen, Atemnot, Husten, niedrigen Butdruck. Diese Art von Anthrax endet oft mit Tod innerhalb 24 Stunden.

  • Darmmilzbrand tritt im Falle auf, dass die Spor verzehrt wurde, z.B. mit ungenügend wärmebehandeltem Fleisch aus einem mit Anthrax infizierten Tier. Diese Form befällt den Magen und Därme. Sie manifestiert sich durch Bauchschmerzen, blutige Durchfälle und blutiges Erbrechen. Die Bakterie kann sich auch in der Mundhöhle und im Kehlkopf vermehren und dann wird sie von blutender Entzündung der Lymphknoten begleitet. Ohne eine Therapie enden 24 – 60% Fälle mit Tod.

Zur Bakteriämie – dem Eindringen von B. anthracis in den Blutkreislaiuf kann es bei allen angeführten Formen kommen. So ein Zustand ist fast zu 100% tödlich.

Diagnose

Bei der Hautform von Anthrax werden Abstriche von den Hautläsionen abgenommen. Das Vorhandensein der Bakterie wird durch Gram – Färbung bewiesen (Leuchtfärbung der Antikörper) oder lässt sich der Abstrich kultivieren.

Es werden auch die Antikörper gegen B. anthracis festgestellt.

Eine empfindliche und genaue Methode ist dann PCR, die das Vorhandensein von bakterieller DNS identifiziert.

Therapie

Die erste Wahl der Therapie von Milzbrand ist das Penizillin - Antibiotikum. Dieses wird intravenös in hohen Dosen verabreicht. Wenn der Patient allergisch ist, wählt man Tetracyclin oder Erythromycin. In schweren Fällen wird gemeinsam mit Antibiotika auch Anthrax – Antitoxin verabreicht.

Vorbeugung

Der Anthrax wird eliminiert durch die Verbesserung von Pflanzenfresserzucht. Ein eventueller Schutz gegen Anthrax ist die Impfung.

Prognose

Die unbehandelten Formen von Anthrax haben verhältnissmäßig hohe Sterblichkeit. Am leichtesten ist die Hautform, wann ohne eine Therapie cca 10 – 20% von Angesteckten sterben, während die Lungenform fast zu 100% tödlich ist.

Autor:  Drahomíra Holmannová