Neugeborenengelbsucht

Die Gelbsucht bei Neugeborenen wird durch Zerfall der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) verursacht, die im Körper des Neugeborenen im größeren Volumen sind und haben kürzere Lebensdauer. Bei ihrem Zerfall wird Hämoglobin freigesetzt. Dieses muß abgebaut werden und sein Endprodukt ist Bilirubin, das hinter der Neugeborenengelbsucht steht.

Gelbsucht bei Neugeborenen

in Latein: Icterus neonatorum

weitere Namen: Säuglingsgelbsucht, Icterus neonatorum, Hyperbilirubinämie

Symptome

beschleunigter Atemgelbe HautLethargie

Diagnose

Auch wenn sich die Neugeborenengelbsucht auf den ersten Blick ähnlich wie die Infektionsarten (gelbe Färbung) manifestiert, sollte sie damit nicht verwechselt werden, weil es sich um eine ganz unterschiedliche Erkrankung handelt.

Die Neugeborenengelbsucht teilt man in physiologische und pathologische.

Physiologische Gelbsucht

Die physiologische Gelbsucht ist eigentlich Adaptation an die äußere Umgebung, Ein Zustand, der nicht zu behandeln ist, weil Bilirubin auch als ein Antioxidans dient, d.h. als ein Schutz gegen freie Sauerstoffradikale.

Etwa 3. Tag nach der Geburt kommt es zur vorübergehenden Erhöhung des Spiegels von freiem Bilirubin, Rückgang tritt nach 1 Woche ein. Die Spiegel von freiem Bilirubin übersteigen nicht 205 µmol/l. Bei einem gesunden ausgetragenen Säugling sind gefährlich erst die Bilirubinspiegel über 450 µmol/l.

Das Kind hat keine Beschwerden, schläft ruhig, trinkt und es geht ihm gut.

Ursächlich für den erhöhten Bilirubinspiegel sind:

  • Erniedrigte Fähigkeit der Leber das Bilirubin abzubauen
  • Erhöhte Bilirubinkonzentration aus den zerfallenden Erythrozyten
  • Langsamere Entleerung der Därme, wann Bilirubin durch die Rückabsorption aus dem Stuhl zurück in den Blutkreislauf gerät

Pathologische Gelbsucht

  • Ausdrucksvolle Hyperbilirubinämie: Der Bilirubinsspiegel ist höher als gewöhnlich.
  • Persistierende Gelbsucht: Hyperbilirubinämie dauert länger als 2 Wochen bei einem ausgetragenen und länger als 3 Wochen bei einem frühgeborenen Säugling.
  • Prolongierte Gelbsucht: Gelbsucht hat die Spitze in der 1. Woche, aber der Bilirubinspiegel sinkt nicht so, wie er sollte und bleibt erhöht auch nach 3 Wochen.

Die ersten Anzeichen von Gelbsucht erscheinen bereits im Laufe der 24 Stunden nach Geburt.

Der Bilirubinspiegel steigt sehr schnell.

Ursachen der Entwicklung der pathologischen Neugeborenengelbsucht

  • Zerfall der roten Blutkörperchen ‒ Hämolyse bei der Inkompatibilität der Blutgruppen und Rh–Faktors
  • Verletzung während der Geburt, die mit Blauflecken, subduraler Blutung u.a. verbunden ist
  • Mutter Diabetikerin
  • Sauerstoffmangel ‒ Hypoxie
  • Infektion des Säuglings bereits in der Gebärmutter
  • Stoffwechselstörungen, die erblich sind
  • Frühgeborenheit 
  • Cholestase ‒ Stillstand des Gallenabflusses beim Verschluss der Gallenwege
  • Zystische Fibrose
  • Erniedrigte Funktion der Schilddrüse

Manifestationen der Neugeborenengelbsucht, Hyperbilirubinämie

Das Kind hat auch physische Beschwerden in Form von Veränderungen der Körpertemperatur, Müdigkeit, Lethargie, es hat beschleunigte Atmung, aber es hat auch apnoische Pausen, d.h. kurzen Atemstillstand und noch dazu ist es blass.

Der erhöhte Spiegel von freiem Bilirubin stellt die toxische Belastung fürs Nervensystem dar, weil es eine höhere Durchlässigkeit der Blut–Hirn–Schranke gibt.

Die schwerste Form der Beschädigung ist Kernikterus (Kerngelbsucht). Bei dieser Form, die heutzutage bereits selten ist, kommt es zuerst zur Apathie, Erniedrigung der Muskelspannung, das Kind saugt nicht, dann erscheinen die Krampfzustände und in der letzten Phase bleibende Hirnschäden. Das Kind ist spastisch, es krümmt sich und hat Gehör–, und Intelligenzstörungen.

Therapie

  • Die Behandlung einer Erkrankung, die die Gelbsucht verursachte, falls sie vorhanden ist
  • Phototherapie
  • Die Austauschtransfusion, wenn die Phototherapie nicht hilft
  • Eine unterstützende Behandlung
Autor: Drahomíra Holmannová

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