Diabetische Retinopathie

Lateinisch: Retinopathia diabetica

Symptome

Diabetes Verschlechterung der Sehkraft

Diagnose

H360

Diabetische Retinopathie ist eine ernsthafte unentzündliche Erkrankung der Gefäße der Netzhaut infolge der Zuckerkrankheit und in den hochentwickelten Ländern ist sie die häufigste Ursache der Blindheit bei Diabetikern. Infolge des hohen Blutzuckerspiegels kommt es zu Schäden der Netzhautgefäße und Kapillaren und zugleich zu Veränderungen in der Struktur und Funktion der Gefäßwand.

Diabetische Retinopathie

So geschwächte Gefäßwand neigt zur Ausbauchung,  es kommt auch zu Blutungen aus Gefäßen, zum Versickern des Blutplasmas und zur ungenügenden Sauerstoffversorgung der Netzhaut.

Bei der weiteren Form der diabetischen Retinopathie fließt aus den Netzhautgefäßen eine Flüssigkeit aus, die die Schwellung der Netzhaut verursacht. Die ungenügende Sauerstoffversorgung und Schwellung der Netzhaut zerstören dann die Fähigkeit des Sehens. Dieses Problem versucht das Auge durch das Wachstum neuer Gefäße zu beheben, die jedoch schon minderwertig sind, sie platzen und können die Netzhautablösung verursachen. 

Symptome

Diabetische Retinopathie verläuft lange Zeit symptomlos und schmerzfrei und erst im fortgeschrittenen Stadium manifestiert sie sich durch verschlechtertes Sehen. Die Anfangssymptome sind unauffällig, deshalb ist es bei Risikozuständen notwendig, die Untersuchungen des Augenhintergrundes durchzuführen (Ophthalmoskopie). 

Untersuchung

Bei der Zuckerkrankheit sind sehr notwendig regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt. Weitere spezialisierte Untersuchungen sind je nach Befund OCT (Optische Kohärenztomografie) oder Fluoreszenzangiographie. 

Therapie

Die Grundlage der Behandlung und Vorbeugung der diabetischen Retinopathie besteht in der Erreichung und dauerhafter  Aufrechterhaltung der optimalen Kompensation der Zuckerkrankheit. Die einzige wirksame symptomatische Behandlung ist die Laserphotokoagulation der Netzhaut, während deren die betroffenen Orte mit dünnem Laserstrahl behandelt werden. Dieser Eingriff wird ambulant durchgeführt, manchmal auch in mehreren Sitzungen. Die Dauer der Behandlung ist individuell und dauert in der Regel mehrere Monate. 

Beim sehr ernsthaften Schaden der Netzhautgefäße tritt man an die Operation heran – Vitrektomie, was die Entfernung der Teile von Glaskörper ist. Die Wirksamkeit der Laserkoagulation ist vorbeugend und die verlorene Sehschärfe kann sie meistens nicht wiederherstellen. Es ist jedoch nicht möglich sie bei allen durch diabetische Retinopathie verursachten Schäden zu verwenden. 

Vorbeugung

Sehr wichtig sind alljährliche Vorsorgeuntersuchungen des Augenhintergrunds beim Ophthalmologen. Die weitere Vorbeugung ist die Kompensation des Diabetes und gesamte Abänderung der Ernährungsgewohnheiten einschließlich einer geeigneten Bewegungsaktivität. Unter ungünstige Faktoren, die zu meiden geeignet sind, gehören hoher Blutdruck, Fettleibigkeit, gestörter Cholesterinspiegel und das Rauchen. 

Regelmäßig besuchen Sie Ihren Diabetologen und besprechen Sie mit ihm alle Ihre Krankheitssymptome. Beim verschlechterten Sehen suchen Sie ihn augenblicklich auf.

Veröffentlicht: 19.08.2019 · Aktualisiert: 12.10.2020

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