Ösophagusvarizen

Die Ösophagusvarizen sind ungewöhnlich erweiterte Venen im unteren Teil der Speiseröhre. Sie haben verdünnte Wände, die sich mechanisch durchreißen können, wodurch die erbitterte Blutung entsteht. Dieses Problem betrifft am häufigsten die Patienten mit Leberzirrhose und die Alkoholiker. 

Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagus)  – Erweiterung der Venengeflechte

Ursachen und Manifestationen der Ösophagusvarizen 

Das Blut mit dem Nährstoffgehalt führt zuerst durch die Pfortader zur Leber, die manche Schadstoffe auffängt und liquidiert und andere im Gegenteil umwandelt oder direkt in den systemischen Kreislauf umlenkt. Blut, das in der Leber gefiltert und gereinigt wurde, schreitet dann durch die untere Hohlvene ins Herz fort, wo es durch den Kreislauf mit Sauerstoff versorgt wird und anschließend schreitet es in den ganzen Körper fort. Es gibt jedoch ein paar Gefäßkurzschlüsse zwischen der unteren Hohlvene und der Pfortader, was die sog. portokavalen Anastomosen sind. Ihre Bedeutung liegt darin, dass das durch sie fließende Blut die Leber umgeht und manche dieser Kurzschlüsse befinden sich in der Speiseröhrenwand, und gerade diese können die Ursache der Varizen sein. Wenn aus irgendeinem Grund der Durchfluss durch die Leber erschwert ist, so erhöht sich der Blutdruck in der Pfortader und es entsteht die sog. portale Hypertension. Und weil es nicht durch die Leber hindurchgehen kann, drängt es sich in die Venen, die die Pfortader mit der unteren Hohlvene verbinden und die Leber meiden sie. Sie hat jedoch die ziemlich kleinere Kapazität und reagiert auf den sehr erhöhten Blutdurchfluss so, dass sie die Wand ausweitet, die sich danach in die Höhle von Speiseröhre aussülpt.

Die Verminderung des Blutdurchflusses durch Leber kann verschiedene Ursachen haben, jedoch am häufigsten ist sie verbunden mit Lebererkrankungen, die die normalen Eigenschaften und Qualität des Lebergewebes verändern.Das zirrhotische Gewebe ist nämlich nicht so elastisch, wie das gesunde Gewebe, und ermöglicht dem Blut nicht frei durchzufließen.

Diagnostika

Beim Platzen eines Varix kommt es zu Blutungen in die Speiseröhre. Diese reizen den Magen und äußern sich meistens durch Erbrechen von hellrotem Blut (Hämatemese). Der danach entstehende teerartige schwarze Stuhl (Meläna) hängt mit dem betroffenen Abschnitt des Verdauungstrakts zusammen. Bei starker Blutung treten Anzeichen eines hämorrhagischen Schocks auf. Die Diagnostik der Ösophagusvarizen stützt sich auf die Ergebnisse der Gastroskopie. Dabei handelt es sich um die Untersuchung der Speiseröhren- und Magenwand mit einem Gastroskop, ergänzt durch Ultraschall der Leber und der umliegenden Venen. Ösophagusvarizen sind nur ein Symptom einer anderen Erkrankung, meist der Leber.

Behandlung

Nicht blutende kleine Varizen werden regelmäßig kontrolliert und die Ärzte versuchen, die Ursache der portalen Hypertension zu beseitigen und zu heilen. Falls es zum Riss eines Varix und zu Blutungen kommt, muss der Zustand des Patienten sofort durch die Gabe einer intravenösen (in die Vene verabreichten) Infusion und von Medikamenten, die weitere Blutungen verhindern, stabilisiert werden. Die Varizen werden später chirurgisch mit einem speziellen Gastroskop behandelt.

Zur Behandlung von Ösophagusvarizen kann auch der sog. TIPS (transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt) verwendet werden, ein Röhrchen, das so in die Leber eingesetzt wird, dass eine künstliche portokavale Anastomose entsteht. Seine Anwendung ist jedoch begrenzt. Es handelt sich nämlich nur um eine vorübergehende Lösung, nach der eine Lebertransplantation durchgeführt werden sollte, die aber bei Alkoholikern, die dieses Problem am häufigsten betrifft, nicht durchgeführt wird.

Veröffentlicht: 01.10.2020

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