Blasenbildende Erkrankungen

Die blasenbildenden Erkrankungen haben die Unterlage in der pathologischen Reaktivität des Immunsystems. Es handelt sich um Autoimmunerkrankungen. Diese Dermatosen sind sehr ernsthaft und betreffen sowohl die Haut als auch Schleimhäute. Es kommt auf der Art von Erkrankung an. Die Mehrheit ist schlecht heilbar und hat eine schlechte Prognose, d.h. auch trotz der Behandlung kommt es zur Verschlechterung des Zustandes. 

Symptome

Bei den blasenbildenden Erkrankungen kommt es zur Störung der Verbindungen unter Haut–, und Schleimhautzellen. Durch ihre Freisetzung kommt es zur Bildung der Blasen. Diese können lokalisiert an einem kleinen Ort sein oder können auch große Körperteile betreffen.

Klassifikation der autoimmunen blasenbildenden Dermatosen

Am häufigsten wird die Klassifikation von Hertl benutzt, die am Befallsort gegründet ist.

Störung der Verbindungen in der Haut

  • Pemphigus vulgaris
  • Pemphigus foliaceus
  • paraneoplastischer Pemphigus
  • durch Medikamente verursachter Pemphigus
  • IgA Pemphigus

Störung der Verbindungen zwischen der Haut und Lederhaut, also zwischen den tieferen Schichten

  • Pemphigoid
  • lineare IgA – Dermatose
  • Epidermolysis bullosa acquisita
  • Dermatitis herpetiformis

Am bekantesten sind Pemphigus vulgaris und bullöses Pemphigoid

Pemphigus vulgaris

Die Krankheit kann in jedem Alter erscheinen, am häufigsten jedoch zwischen dem 40.–60. Jahr. Bei den Patienten befinden sich die Antikörper gegen Desmoglein. Die Blasen mit dem wasserklaren Inhalt, die umliegende Haut ist normal ohne Entzündung. Während ein paar Tage kommt es zur Flüssigkeitstrübung in der Blase, die Blase beginnt zu platzen. Die Flächen sind mit Krusten bedeckt. Neben den Blasen auf der Haut erscheinen auch Defekte auf den Nasen–, Hals–, Augen–, und Genitalienschleimhäuten. Bei dieser Krankheit ist sehr schlecht, dass es zu keiner spontanen Abheilung der Haut kommt, wie man es bei gesunden Leuten sieht. Die betroffenen Orte werden sehr einfach infiziert. Der unbehandelte Pemphigus kann bis zum Tod des Kranken führen.

Bullöses Pemphigoid

Auf der Haut sind gespannte Blasen, der Aussaat ist auf den großen Flächen. Die Umgebung von Blase und ihr Unterteil sind mit der Entzündung betroffen. Die Oberfläche von Blase ist zäher, der Inhalt ist anfangs klar, er kann jedoch auch blutig sein. Die Erosionen sind mit Krusten bedeckt, die heilen und es bilden sich die Narben. Auch hier kann es zur Infizierung kommen.

Diagnostik

In der Praxis wird hauptsächlich die Größe, Lokalisation, Erosion auch der Charakter von Blase selbst gewertet.

Beim Pemphigoid sind die Blasen gespannt, es gibt die Zeichen von Entzündung seines Unterteils und Umgebung. Beim Pemphigus sind die Blasen vielmehr abgeplattet und der Unterteil zeigt keine Zeichen von Entzündung.

  • Histopathologische Untersuchung, d.h. eine Gewebeprobe, keine verschiedenen Arten von Untersuchung
  • Blutuntersuchung auf Vorhandensein von Autoantikörpern

Therapie

Die hauptsächliche Bestrebung ist die Aktivität von Immunsystem zu beschränken, es werden also Immunsuppressiva verabreicht, z.B. Azathioprin, Cyclophosphamid, Methotrexat. In der ersten Phase handelt es sich eher um Kortikoide. Im Falle der Infizierung werden Antibiotika verabreicht. Bei manchen Arten wirken z.B. Antimalariamittel, Verabreichung der intravenösen Immunglobulinen, Plasmapherese, Photochemotherapie usw. ein.

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