Tetanie

Tetanie ist ein Zustand erhöhter Reizbarkeit (Hyperirritabilität) des neuromuskulären Systems und meist wird sie durch einen extrem niedrigen Kalzium-, und Magnesiumspiegel im Blut verursacht, der zu wiederholten Muskelkrämpfen und Kontraktionen führt.

Tetanie

Der Name der Krankheit ist vom griechischen Wort „Tetanos“ abgeleitet, das frei als Kontraktion oder krampfartige Spannung übersetzt werden kann. Die Symptome, die sich in allen Formen der Tetanie einigen, bilden das sog. tetanische Syndrom, wobei die Ärzte nicht nur über die latenten Form sprechen, die sich durch Anfälligkeit für Krämpfe kennzeichnet, sondern auch über die manifeste Form, bei der der Patient an schmerzhaften Muskelkrämpfen in verschiedenen Körperteilen leidet. 

Inzidenz

Die Inzidenz (Anzahl neuer Fälle der gegebenen Krankheit in einer ausgewählten Population für eine bestimmte Zeit) ist beträchtlich. Solche Kranken gehören nicht nur zum Kontingent von Allgemeinärzten, sondern auch in internistische, neurologische und psychiatrische Ambulanzen, was den Gesundheitsbeschwerden entsprechend beurteilt werden. Von dieser Erkrankung sind häufiger Frauen als Männer betroffen, jedoch immer handelt es sich um junge Einzelwesen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.

Teilung

Die Abhängig vom Ursprung der Krankheit teilt sich Tetanie in zwei Grundtypen, unter die gehören:

1) Metabolische Tetanie – Es handelt sich um Tetanie metabolischen Ursprungs, bei der bei einzelnen Symptomen eindeutig abnormale Laborbefunde und bedeutende Veränderungen im EKG beobachtet werden. Bei den Kranken werden gleichzeitg Manifestationen einer organischen oder funktionellen Schädingung des Zentralnervensystems (ZNS) aufgewiesen.

2) Neurogene Tetanie – Sie wird auch als Spasmophilie bezeichnet und am häufigsten tritt sie als Funktionsstörung auf, an der vor allem vegetativ labile Personen leiden. Diese Form der Tetanie ist durch eine verminderte Adaptabilität an Stress und Stresssituationen bzw. Hyperventilation bei geistiger oder körperlicher  Beanspruchung kennzeichnend. Allerdings auch bei diesen Störungen kommen sekundäre Stoffwechseleinflüsse zur Geltung, unter die vor allem ein Magnesiummangel, respiratorische Alkalose (die durch übermäßiges Ausatmen von Kohlendioxid während der Hyperventilation entstandene Alkalose) usw. gehören.

Symptome der Tetanie

Unter die Hauptsymptome der Tetanie gehören:

  • Muskelkrämpfe – entweder spontane oder hervorgerufene durch Berührung oder Stress, 
  • Muskelschwäche – diese wird oft mit Muskelkrämpfen verbunden, 
  • Muskel-, und Knochenschmerzen – sie können während oder nach Krämpfen erscheinen, 
  • erhöhte Empfindlichkeit – gegenüber Klängen, Licht oder Berührung,
  • Schwierigkiten beim Atmen,
  • Krämpfe in Händen und Beinen – die treten oft zuerst in Händen und Binen auf,
  • Tachykardie – erhöhte Herzfrequenz,
  • Ängstlichkeit und Nervosität.

Tetanischer Anfall

Als tetanischer Anfall wird ein Angstzustand  bezeichnet, der von einer ganzen Reihe spezifischer Symptome begleitet wird. Außerdem verspüren die Patienten ein Gefühl der Steifheit, Spannung und Einschränkung freier Bewegung. Auch kommt es zum Kribbeln und Ameisenlaufen in den Fingern, die sich in die Gliedmaßen ausbreiten und dann treten die Krämpfe tonischen Charakters ein.
Eintreten können auch Krämpfe der mimischen Muskulatur, bei denen der Mund geschlossen und die Lippen gespitzt sind.

Typische Symptome tetanischen Anfalls

  • Gefühl innerer Anspannung, 
  • Kribbeln der Zunge und Fingerspitzen,
  • Unempfindlichkeit und Schwäche der Gliedmaßen,
  • Mundtrockenheit (Xerostomie),
  • Herzschmerzen, 
  • Kopfschmerzen,
  • Gefühl von Schmerzen und Verklemmtheit im Magenbereich,
  • nächtliche Wadenkrämpfe,
  • Gefühl von Kurzatmigkeit, das die Patienten durch beschleunigte Atmung kompensieren, 
  • allgemeine Müdigkeit,
  • Gereiztheit,
  • Überempfindlichkeit gegenüber Lärm,
  • Konzentrationsstörungen (neurasthenische Symptome).

Ein tetanischer Anfall kann nur in paar Minuten, aber auch stundenlang dauern und selten kann er zu Bewusstlosigkeit führen, die die Menschen mit einem epileptischen Anfall verwechseln können. In diesem Fall weist ein tetanischer Anfall Symptome auf, die dieser Erkrankung sehr ähnlich sind.

Diagnose

Die Diagnose der Tetanie umfasst eine ganze Reihe von Testen und Untersuchungen, um den mangelhaften Kalziumspiegel zu bestätigen und die rechte Ursache zu bestimmen.  

Der Arzt fragt zuerst nach einer Anamnese, den Symptomen und eventuellen Risikofaktoren. Die nächsten Schritte sind die zur Messung des Kalzium-, Magnesium-, und Phosphatspiegels im Blut bestimmte Bluttests, da ein niedriger Gehalt an diese Mineralstoffe Tetanie verursachen kann. Weitere Tests können Nieren-, und Schilddrüsenfunktionstests sein, denn die Störungen dieser Organe können auch die Mineralstoffspiegel im Körper beeinflussen können.

Der Arzt kann auch die Elektromyographie (EMG) empfehlen, mittels derer die elektrische Muskelaktivität und auch die Tests zur elektrischen Reizbarkeit der Nerven, die weitere Informationen über die Gesamtfunktion der Muskeln und des Nervensystems geben können. 

Aufgrund der festgestellten Ergebnisse und Untersuchungen schlägt der Arzt die geeignerste Behandlung vor, die jedoch andere Tests zur Feststellung genauer Ursache und Linderung der Symptome umfassen kann.

Therapie 

Die Behandlung der Tetanie umfasst verschiedene therapeutische Verfahren zur Linderung der Symptome und zur Vorbeugung von Muskelkrämpfen. Die erste Verteidigungslinie ist oft eine Pharmakotherapie, während der die Medikamente wie z.B. Diazepam für Entspannung der Muskelspannung und Antikonvulsiva für Linderung von Krämpfen eingesetzt werden. Eine unterstützende Therapie sind die richtige Ernährung und ausreichende Ruhe, die ebenfalls zur Linderung der Symptome beitragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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