Vitamin A

Vitamin A (Axerophtol) zählt zu den fettlöslichen Vitaminen. Es handelt sich um eine Gruppe von Stoffen, von denen Retinol, also Vitamin A1, sowie Carotin – Provitamin A – am wichtigsten sind. Vitamin A existiert außerdem noch in einer weiteren Form, und zwar als Vitamin A2 (3-Dehydroretinol).

Vitamin A

Retinol kommt ausschließlich in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vor und ist zugleich am aktivsten. Carotine wie beispielsweise Beta-Carotin sind vor allem in Gemüse und Obst enthalten. Im Vergleich zu Retinol erreichen sie jedoch nur die halbe Wirksamkeit. Am besten wirkt Vitamin A gemeinsam mit den Vitaminen B, C, D und E. Einen positiven Einfluss auf die Aufnahme von Vitamin A haben die Mineralstoffe Phosphor, Calcium, Selen und Zink. Vitamin A entsteht aus Provitamin A, also hauptsächlich aus Beta-Carotin.

Bedeutung von Vitamin A

Vitamin A ist unerlässlich für die Bildung von Rhodopsin, einem Sehpigment, das bei schwacher Beleuchtung genutzt wird; daher führt sein Mangel zur Nachtblindheit. Vitamin A ist außerdem ein wichtiges Antioxidans. Es ist zudem für die Entwicklung der Epithelien notwendig, und bei einem Mangel kommt es zur Verhornung der Zellen (Xerose).

Vitamin A  wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Es verbessert vor allem das Sehen in der Dämmerung und unterstützt die Behandlung von Augenbeschwerden, trägt zum Wachstum und zur richtigen Entwicklung von Knochen und Schleimhäuten bei. Beta-Carotin ist ein wichtiges Antioxidans, da es im menschlichen Körper die Wirkung freier Radikale einschränkt, die einen erheblichen Anteil an der Alterung des Organismus haben und deren Wirkungen mit unerwünschten Veränderungen der Zellstrukturen verbunden sind.

Vitamin A wirkt sich auch positiv auf das Immunsystem aus und verkürzt dadurch die Dauer von Erkrankungen. Darüber hinaus erhält es gesundes Haar, gesunde Haut und Zähne. Vitamin A lässt sich bei verschiedensten Hautbeschwerden (Altersflecken, Akne, Narben) einsetzen, unterstützt maßgeblich die Fortpflanzungsfunktionen, steigert die Potenz und gewährleistet eine gesunde geschlechtliche Entwicklung. Eine wichtige Rolle spielt es auch bei der Behandlung von Erkrankungen der Atemwege und bei einer Überfunktion der Schilddrüse.

Quellen von Vitamin A

Vitamin A ist in tierischen Geweben enthalten, insbesondere in der Leber, wo seine Speicherung durch das Vorhandensein von Vitamin E gefördert wird. Es ist auch im Fischöl enthalten, wo es gemeinsam mit Vitamin D vorkommt. Zu weiteren wichtigen natürlichen Quellen gehören auch fette Fische wie beispielsweise Kabeljau, außerdem Vollmilchprodukte und Eier.

Das Provitamin von Vitamin A ist Beta-Carotin, das vor allem in dunkelgrünem sowie gelb-orangem Obst und Gemüse vorkommt. Dazu gehören beispielsweise Pflaumen, Aprikosen, Ananas, Karotten, Pfirsiche, Sellerie- und Petersilienkraut, Paprika, Tomaten, Dill und Spinat.

Wenn der übliche Speiseplan verschiedene Lebensmittel mit hohem Vitamin-A-Gehalt enthält, wie vor allem Milchprodukte sowie die oben genannten Gemüse- und Obstsorten, ist es weder nötig, Vitamin A zusätzlich einzunehmen, noch eine mögliche Überdosierung zu befürchten. In bestimmten Fällen ist es sinnvoll, Vitamin A in Form von Nahrungsergänzungsmitteln (Kapseln, Öltropfen) und Medikamenten einzunehmen. Solche Fälle können beispielsweise bei langfristiger Einnahme von cholesterinsenkenden Medikamenten auftreten, bei der die Aufnahme von Vitamin A abnimmt.

Mangel an Vitamin A

Anzeichen eines Vitamin-A-Mangels sind vor allem Sehstörungen, das Austrocknen der Schleimhäute, die Atrophie der Schweißdrüsen, Durchfälle sowie Störungen der Knochenbildung und des Knochenwachstums. Weiterhin verursacht ein Vitamin-A-Mangel Nachtblindheit, eine Neigung zu Bindehautentzündungen, Schuppung und Verhornung der Haut, Schädigung der Netzhaut, eine Abnahme der sexuellen Aktivität, eine Verzögerung der geschlechtlichen Entwicklung, eine Verringerung der Immunabwehr und der Potenz, eine Neigung zu Entzündungen und einige weitere Störungen.

Der Vitamin-A-Vorrat reicht in der Regel mehrere Monate, weshalb die Bestimmung seines Gehalts aus dem Blut nicht immer ein geeigneter Indikator ist. Sollte sich jedoch ein Mangel bestätigen, etwa bei bestimmten langwierigen Infektionskrankheiten, bei Durchfällen, bei langsamer Heilung von Brüchen und Wunden, bei anhaltendem Stress oder bei bestimmten Hauterkrankungen, ist es ratsam, ihn mit einem der Präparate mit Vitamin-A-Gehalt zu ergänzen.

Dosierung

Die empfohlene Tagesdosis (RDA) beträgt 0,8 mg/Tag oder 4,8 mg Beta-Carotin im Verhältnis 1:6. Bei langfristiger Einnahme sind regelmäßige Pausen erforderlich. Die Einnahme des Vitamins in der Schwangerschaft ist mit einem Arzt abzuklären, wird aber im Allgemeinen nicht empfohlen, da es das Nervensystem des Fötus schädigen kann. Provitamin A (Beta-Carotin) sollte keine Nebenwirkungen haben. Diabetes verursacht Schwierigkeiten bei der Umwandlung von Beta-Carotin in Vitamin A. Bei Herzerkrankungen wird empfohlen, es in Form von Pulvern oder Sirupen üblicherweise dreimal täglich einzunehmen.

Überdosierung

Vitamin A gehört zu den wenigen Vitaminen, die eine Hypervitaminose auslösen können, also eine Erkrankung durch einen Überschuss an Vitamin. Es wird in der Leber gespeichert, und infolgedessen kann eine Überdosierung die Entstehung von Osteoporose sowie eine Vergiftung verursachen. Ein Überschuss an Vitamin A in der 4. bis 9. Schwangerschaftswoche kann außerdem die Ursache von Spaltbildungen sein.

Risiken im Zusammenhang mit einer Überdosierung von Vitamin A

Wesentlich sicherer ist die Einnahme von Beta-Carotin, da es in dieser Hinsicht deutlich unbedenklicher ist. Die toxische Wirkung von Vitamin A zeigt sich bereits bei einmaligem Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Vitamin-A-Gehalt oder bei einer Arzneiform in sehr hoher Dosis, ebenso bei langfristiger Aufnahme hoher Dosen ohne die empfohlene Pause (2 bis 7 Tage Unterbrechung).

Gefährlich ist es auch, wenn schwangere Frauen einen Überschuss an Vitamin A zu sich nehmen, denn es kann zu einer Schädigung des Fötus kommen, und das Risiko von Entwicklungsstörungen (beispielsweise der Entwicklung der Gliedmaßen) steigt unverhältnismäßig an. Diese Einschränkungen gelten vor allem für Kleinkinder und Säuglinge. Eine ausreichende Menge an Vitamin A gewährleistet ein gesundes Wachstum, doch hohe Dosen gefährden vor allem Kinder im Säuglingsalter. Hier hat schon ein Becher Karottensaft einen um ein Vielfaches höheren Vitamin-A-Gehalt, als es für einen Säugling angebracht ist.

Veröffentlicht: 11.07.2026

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