Erbrechen

Das Erbrechen ist ein verhältnismäßig häufiges Symptom, das uns begleitet. Es kann ein ganz unschädliches Symptom sein, aber es kann auch eine ernstere Krankheit bedeuten.

Eine Frau bricht in die Toilette

Verlauf des Erbrechens

Das Erbrechen ist ein nervös gesteuerter Reflex, der das Zentrum im verlängerten Rückenmark hat. Er wird von nervus vagus, 9. Hirnnerv, Fasern des vestibulären Nervensystems, höheren Nervenzentren koordiniert. Ein weiterer Teil des Gehirns, der eine Rolle beim Erbrechen spielt, ist die sog. am Boden der 4. Hirnkammer liegende area postrema. Hier befinden sich die Chemorezeptoren und die auslösenden Momente des Erbrechens können Sauerstoffmangel (Hypoxie), Urämie, Ketoazidose u.a. sein. 

Während des Erbrechens wird der Mageninhalt zurück in die Mundhöhle transportiert und dann aus dem Körper heraus. 

Die erste Phase ist erhöhte Sekretion von Speichel als ein Schutz des Zahnschmelzes vor saurem Mageninhalt und Übelkeit. Anschließend kehrt der Speisebrei aus den oberen Teilen des Verdauungssystems in den Magen zurück.

Daraufhin kommt es zur Schließung der Epiglottis (Kehldeckel), was die Atemwege vor der Einatmung des Erbrochenen und möglicher Erstickung schützt. 

Vor dem Erbrechen selbst kommt es zu den Kontraktionen von Bauchwandmuskeln und es erhöht sich der intraabdominale Druck. Es lockert sich der untere Schließmuskel der Speiseröhre und der Mageninhalt wird ausgespeit.

Ursachen von Erbrechen

  • Akute Beschwerden, bei denen es zum Erbrechen kommen kann, sind: Entzündung von Magen, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Blinddarm, Leber, aber auch eine plötzliche Obstruktion in den Verdauungswegen oder eine Lebensmittelvergiftung.
  • Chronische Beschwerden: unter diese Beschwerden gehören Refluxkrankheit der Speiseröhre, die Divertikel der Speiseröhre, Verengungen in der Verdauungsröhre, Magen–, und duodenale Geschwüre, Tumore des Verdauungssystems u.a. 
  • Das Erbrechen begleitet auch Erkrankungen der endokrinen Drüsen, z.B. es kommt bei Morbus Addison – verringerter Funktion der Nebennieren, Erkrankungen der Schilddrüse, es ist eine Komplikation bei Diabetes.
  • Malignitäten im Verdauungssystem, aber auch im Gehirn, wo sie eine Erhöhung des intrakranialen Drucks verursachen.
  • Neurologische mit erhöhtem intrakranialem Druck verbundene Erkrankungen, Migränen und Traumata wie Gehirnerschütterungen, Infektionen des Hirngewebes
  • Psychiatrische Erkrankungen – das Erbrechen kann Beklemmungen, Depressionen begleiten, aber auch die Essstörungen wie z.B. Bulimie. 
  • Infektionen des Nervensystems, aber auch z.B. der Harnwege 
  • Medikamente haben oft die Nebenwirkungen in Form des Erbrechens. Am meisten verursachen diese Beschwerden die Antikrebsmittel, Antibiotika, Antidiabetika usw.
  • Die Suchtmittel können auch das Erbrechen hervorrufen, besonders in hoher Dosis – Alkohol, Drogen.
  • Ein akuter Glaukomanfall
  • Schwangerschaft
  • Metabolische Störungen, Ungleichgewicht der Mineralstoffe

Therapie

Sie hängt vor allem von dem Ursprung des Erbrechens ab. Allgemein werden die Antiemetika gewählt, die auf verschiedene Nervenrezeptoren wirken, wichtig ist auch die Nachfüllung der Flüssigkeiten und Mineralstoffe. Das Essen wird häufiger und in kleineren Portionen serviert. 

Autor: Drahomíra HolmannováVeröffentlicht: 14.08.2015 · Aktualisiert: 19.11.2015

Das könnte Sie auch interessieren